
Deutsche Lehrlinge backen spanische Spezialitäten
Diese drei Wochen werden die 12 Bäcker- und Konditorlehrlinge im zweiten und dritten Lehrjahr aus dem Raum Aachen, Lübeck und Nürnberg so schnell nicht vergessen. Sie durften im Rahmen des Projektes "Panaderos en España" ein dreiwöchiges Praktikum in spanischen Betrieben in Madrid absolvieren, sowie für ein paar Tage die Berufsschule besuchen und das spanische Ausbildungssystem kennen lernen. Dabei sammelten sie jede Menge Erfahrungen, schlossen neue Freundschaften und übten sich ganz nebenbei noch in einer Fremdsprache. Es war das erste Gruppenprojekt dieser Art, das die Mobilitätsberaterinnen der Handwerkskammern Aachen, Lübeck und Mittelfranken gemeinsam organisiert haben. Jeweils vier Lehrlinge wurden aus den einzelnen Kammerbezirken für den dreiwöchigen Auslandsaufenthalt ausgewählt. Bei der Organisation des Panaderos-Projektes erhielten die Mobilitätsberaterinnen Unterstützung von der Deutschen Handelskammer für Spanien. Diese vermittelte hilfreiche Kontakte zu verschiedenen Projektpartnern für die konkrete Umsetzung des Vorhabens. Hierzu gehört insbesondere die spanische Berufsschule, die maßgeblich an der Durchführung des Projektes beteiligt war. Sie ermöglichte den deutschen Auszubildenden nicht nur am Berufsschulunterricht teilzunehmen, sondern sie vermittelte die deutschen Auszubildenden zudem in erstklassige Praktikumsbetriebe in Madrid. Die deutschen Lehrlinge lernten - teils bei den besten Adressen der Stadt - die Feinheiten des spanischen Bäcker- und Konditorhandwerks kennen und erhielten Einblicke in den spanischen Arbeitsalltag. In der Berufsschule stellte die Gruppe deutscher Auszubildender zusammen mit den spanischen Schülern landestypische Spezialitäten her, von "empanadas" (gefüllte Teigtaschen) über "torrijas" (Arme Ritter) bis zum "roscón de reyes", einem typischen Hefekranz, der insbesondere zu Weihnachten gebacken wird. Im Gegenzug brachten die deutschen Auszubildenden ihren spanischen Kollegen typisch deutsche Rezepte wie Krapfen und Hefezopf bei. Die Kommunikation erfolgte auf Spanisch, Deutsch, Englisch und notfalls mit "Händen und Füßen". Die Gruppe aus Deutschland belegte zu Beginn des dreiwöchigen Aufenthaltes einen Spanischsprachkurs an einer Sprachschule. Diese hatte auch die Organisation der Unterbringung übernommen und die Teilnehmer auf mehrere Gastfamilien aufgeteilt, so dass die erlernten Spanischkenntnisse sofort angewendet werden konnten. Um die teilnehmenden Bäcker- und Konditorlehrlinge auf ihren dreiwöchigen Aufenthalt in Madrid vorzubereiten, wurde außerdem ein interkulturelles Seminar durchgeführt.
Das dreiwöchige Auslandspraktikum in Madrid erweiterte sowohl den persönlichen wie auch den beruflichen Horizont der Auszubildenden. So erfuhren sie zum Beispiel, wie in Spanien Brot oder süße Teilchen entstehen, dass Bäcker und Konditor dort ein einziger Beruf ist und dass Lehrlinge nur in die Berufsschule gehen und nicht zugleich in Betrieben lernen. Zwei der Auszubildenden durften sogar im berühmten "Casino de Madrid" dem Starkoch Paco Roncero über die Schulter blicken. Die Begeisterung für das Panaderos-Projekt ist den Jugendlichen deutlich anzumerken. Deren Augen leuchten regelrecht, wenn sie von den Wochen in Spanien erzählen. "Es war eine einmalige Sache, aber eine Erfahrung fürs Leben", sagt Barbara K. Und für Sven P. steht inzwischen fest: "Ich mache bald einen Spanischkurs und will nach der Lehre noch einmal für längere Zeit ins Ausland". Zum Ende des Praktikums erhielten alle Teilnehmer ein deutsch-spanisches Zertifikat über die Teilnahme am Panaderos-Projekt von der deutschen Handelskammer sowie den Europass Mobilität. Finanziert wurde der Aufenthalt über das europäische Programm für berufliche Bildung "Leonardo da Vinci". Nur für den Flug und ein persönliches Taschengeld mussten die Jugendlichen selbst aufkommen. "Die Zusammenarbeit mit den Partnern in Madrid hat sehr gut funktioniert", sagen die Mobilitätsberaterinnen. Sie wünschen sich, dass das Projekt Vorbildcharakter entwickelt und auch andere Lehrlinge auf die Idee bringt, an so einem Austausch teilzunehmen. Christiane J. jedenfalls ist überzeugt: "Wenn man die Chance bekommt an so einem Projekt teilzunehmen, dann sollte man das auf jeden Fall nutzen. So eine Möglichkeit bekommt man vielleicht nur einmal in seinem Leben."
Wir bieten die Möglichkeit, die Schulungsmaßnahmen auch an alternativen Terminen in Bildungsstätten, Schulen oder Betrieben durchzuführen. Dafür kann mit uns individuell ein Termin abgestimmt werden. Die Mindestgröße der Gruppe beträgt 6 Personen.